Durch eigene Erfahrung liegt mir folgendes Thema besonders am Herzen:

 

                       HPU 

 

Die Stoffwechselstörung Hämopyrrollaktamurie (HPU)

 

Was ist HPU?

 

Das Wort Hämopyrrollaktamurie bedeutet, dass bei der Zusammenfügung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin etwas nicht regelrecht abläuft. Das führt zu folgenden Herausforderungen für den Körper:

 

  • Es kommt zu einer Störung bei der Bildung von Häm, dem Zentralmolekül des Hämoglobins. So wie das Hämoglobin für die Versorgung des Blutes mit Sauerstoff sorgt, ist das Häm u.a. für die Sauerstoffversorgung der Muskulatur zuständig. Es spielt eine wesentliche Rolle im Energiestoffwechsel und wird für die Entgiftung gebraucht.
  • Bei der HPU entsteht neben „richtigem“ Häm auch eine gewisse Menge „falsches“ Häm, das schädlich ist, wenn es sich im Körper ablagert. Der Körper bindet dieses „falsche“ Häm nun an Vitamin B6 und Zink, teilweise auch an Mangan, um es über den Urin regelmäßig ausscheiden zu können. 
  • So gehen diese wichtigen Vitalstoffe andauernd verloren, und das zum Teil in größerer Menge. Da diese Vitalstoffe für zahlreiche gesunde Körperabläufe benötigt werden, ist ein Mangel daran ein ernsthaftes Problem. Bedingt durch den Mangel an Zink, Vitamin B6 und Mangan können zahlreiche Vorgänge im Körper und die körpereigene Entgiftung nicht mehr richtig ablaufen.
  • Die Fähigkeit des Körpers, sich selbst zu entgiften, wird durch den Mangel an wertvollen Mikronährstoffen  zunehmendbeeinträchtigt. Und das kann im Laufe der Zeit zu schwerwiegenden Störungen führen. Belastungen mit giftigen Schwermetallen können die Ursache für zahlreiche Symptome und sogar Erkrankungen sein. Eine Entgiftungsstörung als Folge der HPU kann demnach zahlreiche Beschwerden zur Folge haben.

 

Die HPU führt zu großen Verlusten an aktivem Vitamin B6, Zink und teilweise auch Mangan. Dadurch ist unsere körpereigene Entgiftung gestört. Dies kann zu gravierenden körperlichen Beschwerden führen.

 

Was sind die Auswirkungen der HPU?

 

Der Körper muss fortwährend in der Lage sein, Substanzen zu entgiften, zum Beispiel Nahrungsbestandteile oder freie Radikale, Umweltgifte, Bausteine von Hormonen oder auch Medikamente. Die Fähigkeit zu entgiften ist ein wesentliches Element für die Gesundheit.

Da durch die HPU wesentliche Faktoren für unsere tägliche Entgiftung fehlen, bewirkt sie eine Störung der Entgiftungsleistung.

Wir wissen heute, dass Belastungen durch Umweltgifte wie z.B. Quecksilber zu zahlreichen Symptomen, Erbgutveränderungen, Enzymdefekten und sogar zu einer Schädigung der Mitochondrien führen können.

Mitochondrien sind die Kraftwerke in unseren Zellen, die die wichtige Aufgabe haben, aus Nahrung Energie bereit zu stellen. Von HPU betroffene Patienten haben oft ein großes Defizit an Energie und sind psychisch wenig belastbar. Dies kann auch mit einer Schädigung der Mitochondrien zusammenhängen.

 

Diese Verluste an wichtigen Mikronährstoffen sowie die Entgiftungsstörung können nicht allein über die Nahrung ausgeglichen werden!

Häufig bleibt das Problem unentdeckt und die Mängel werden im Laufe der Jahre immer gravierender. So kann die Grundlage für zahlreiche Beschwerden entstehen.

Mindestens 10 Prozent aller Frauen sind nach aktuellem Stand der Forschung von der HPU betroffen, dagegen nur etwa 1 Prozent der Männer. Bei (chronischen) Erkrankungen ist der Anteil wahrscheinlich viel höher.

Allgemeine Beschwerden, die auf eine HPU hinweisen:

  • morgendliche Übelkeit / Schwangerschaftsübelkeit
  • blasses Gesicht
  • weiße Flecken in den Fingernägeln
  • Schwangerschaftsstreifen auch ohne Schwangerschaft
  • Erschöpfung teilweise tiefste Erschöpfung
  • Anämie (Blutarmut)
  • keine Erinnerung an Träume
  • Stress wird schlecht vertragen
  • schlechtes Kurzzeitgedächtnis
  • Licht- und Geräusch-Überempfindlichkeit
  • verminderte Muskelbildung (HPUler machen keine Klimmzüge)
  • Unterzuckerung (Hypoglykämien)
  • Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Entzündungen des Magen-Darm-Traktes, Reizdarm

Beteiligung der HPU bei weiteren Krankheitsbildern:

  • Schilddrüsenüber- und unterfunktion
  • Migräne
  • Ängstlichkeit, Stimmungsschwankungen, Depression, bipolare Psychosen, schizophrene Psychosen, Autismus, Panikstörungen
  • ADS / ADHS
  • Abhängigkeiten von Substanzen
  • Autismus
  • Psychosen
  • Gelenkbeschwerden und Bandscheibenerkrankungen
  • Hashimoto-Thyreoiditis
  • primäre biliäre Zirrhose (Autoimmunerkrankung der Leber)
  • Diabetes Typ 2, Schwangerschaftsdiabetes
  • Schwangerschaftsgestosen bzw. Präeklampsien
  • Mitochondriopathien
  • Zyklusbeschwerden, Zyklusanomalien, PMS-Syndrom, Unfruchtbarkeit

 

Akute Beschwerden

 

Nicht nur bei der Synthese des Häm, auch bei seinem Abbau bzw. beim Abbau der Erythrozyten weisen HPUler Defizite auf. Das führt manchmal zum Überfluten von Leber und Milz mit Bruchstücken der roten Blutkörperchen, woraus kolikartige Oberbauchbeschwerden, Muskelkrämpfe und -schwäche u. ä., resultieren können. Als akute Auslöser der HPU-Symptomatik fungieren hierbei porphyrinogene Stoffe (z.B. aluminium- oder quecksilberhaltige Medikamente), Infektionen und Stress, aber auch Fastenkuren, die das ohnehin schon belastete System dann vollends überfordern.

 

Wie entsteht die HPU?

 

Die HPU ist eine Stoffwechselvariante, die familiär gehäuft auftritt und genetisch bzw. epigenetisch bedingt ist. Ein Hinweis auf das Vorliegen einer HPU in der Familie kann beispielsweise sein, dass die Mutter von einer Schilddrüsenerkrankung oder einer psychischen Problematik betroffen ist. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass es auch erworbene Formen gibt, so berichten Dr. med. Bodo Kuklinski über Halswirbelsäulen-Traumata und Prof. Dr. med. Armin E. Heufelder über Schwermetallbelastungen als Auslöser für eine HPU. Auffällig ist, dass zehnmal so viele Frauen von der HPU betroffen sind wie Männer.

Wenige Betroffene sind davon überzeugt, dass die HPU in ihrer Ausprägung komplett geheilt werden kann. Jedoch können die Auswirkungen der betroffenen Stoffwechselbelastung ausbalanciert werden.

 

Schwermetallbelastung und HPU

 

Schwermetalle sind dafür bekannt, dass sie Gen- und Enzymdefekte verursachen und daher an der Entstehung von HPU beteiligt sein können. Umgekehrt führt HPU durch eine Verminderung der körpereigenen Entgiftungsleistung zur Anhäufung von Schwermetallen und anderen toxischen Stoffen im Körper.

So blockieren Schwermetalle und HPU gemeinsam die Detoxifikation. In der Praxis ist es entscheidend, eine zuverlässige Diagnostik der HPU durchzuführen und diese mit den fehlenden Mikronährstoffen zu substituieren.

 

Wie stellt man eine HPU fest?

 

Bisher wurden toxische Belastungen anhand von Pyrrolverbindungen im Urin nachgewiesen. Der hierfür verwendete Kryptopyrroltest (KPU) ist jedoch als Testverfahren nicht gut geeignet, um spezifische Stoffwechselstörungen nachzuweisen. Der seit dem Jahr 2000 verfügbare und sehr viel genauere HPU-Test® wurde eigens dafür entwickelt, ganz spezifische HPL-Komplexe (Hydroxyhämopyrrol-2-1) zu messen, die nur und ausschließlich bei HPU gebildet werden. HPU ist also nicht identisch mit KPU, auch wenn die beiden Begriffe manchmal fälschlicherweise gleichgestellt werden.

Vorteil dieses neuartigen Testverfahrens ist darüber hinaus, dass auch sogenannte Abendausscheider mit Hilfe des 24- Stunden-Urins gefunden werden können. Bei ihnen kommt es – bedingt durch den bestehenden Mangel an Mikronährstoffen – erst durch die mit der Hauptmahlzeit aufgenommenen kleinen Mengen Zink und Vitamin B6 zu einem kurzfristigen Ausscheiden der HPL-Komplexe ca. 2 Stunden nach dem Essen.

Beim Erwachsenen sowie bei chronisch kranken Kindern sollte der 24-Stunden-HPU-Test® durchgeführt werden. Bei kleinen Kindern, die nicht chronisch krank sind, genügt der Test im Morgenurin. Wichtig ist, 10 Tage vor der Durchführung des Tests keine B-Vitamine und kein Zink als Supplement zuzuführen, denn das kann den Test verfälschen.

In Deutschland kann man sich den HPU-Test® von der Firma Heidelberger Chlorella GmbH kostenfrei zusenden lassen. Die Durchführung des HPU-Tests® im Labor kostet für den 24-Stunden-Test ca. 66 Euro, für den Morgenurin ca. 54 Euro. Sie finden die Firma Heidelberger Chlorella GmbH unter www.heidelberger-chlorella.de

 

Die Therapie der HPU

 

Therapiert wird die HPU v.a. mit Mikronährstoffen, also Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Die fehlenden Mikronährstoffe sollten ersetzt werden, allen voran die aktive Form des Vitamin B6 (P5P) mit ca. 50 mg pro Tag für einen Erwachsenen, zusätzlich Zink und meist auch Mangan.

Die Erfahrung in der Praxis zeigt immer wieder wie wichtig es ist, das aktive Vitamin B6 zu verwenden und nicht die inaktive Form.

Auch die weiteren Vitamine der B-Familie sollten supplementiert werden, zusätzlich zu weiteren Mikronährstoffen, die im Mangel sind.

Beim HPU-Patienten liegen oft Defizite von zahlreichen Mikronährstoffen vor. Auch zusätzliche entgiftende Maßnahmen, zum Beispiel der Einsatz von Chlorella, sind eine wichtige Option.

 

Die HPU-Therapie ist oft ein wichtiger Schritt in Richtung Gesundheit,

vor allem bei Klienten, die keine deutlichen Besserungen verspüren oder als therapieresistent gelten.

Menschen mit HPU haben die Aufgabe, eine besondere Art der Selbstfürsorge zu erlernen und zu  pflegen. 

Dies führt bei gelungener Begleitung nach geraumer Zeit zu tiefgreifenden Lebensführungsänderungen und damit auch zu einer nicht gekannten Stabilisierung der Gesundheit.

 

Besonderheiten:

 

Nach Therapiebeginn kann der Körper die lange versäumte Entgiftungsarbeit Schritt für Schritt wiederaufnehmen.

 

Dadurch kann es erfahrungsgemäß nach ungefähr zwei Monaten zu einer Entgiftungswelle kommen, die sinnvollerweise aufgefangen werden sollte, indem zusätzliche, individuell unterschiedliche Maßnahmen ausgetestet werden. 

 

Dafür sprechen Sie mich bitte gerne an.

 

Auch der Hormonhaushalt profitiert sehr nach begonnener Therapie. Das bedeutet aber auch, dass zum Beispiel die Schilddrüse sich unter Umständen in ihrer Funktion verbessert. Deshalb sollten Sie auch in Bezug auf möglicherweise schon bestehende Medikationen regelmäßig Rücksprache mit ihren ärztlichen Therapeuten halten.

 

Manches sollte sinnvollerweise auch im Labor überprüft oder ausgetestet werden. 

Auch hierfür stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Nicht jede HPU äußert sich gleich und nicht jeder Betroffene braucht die gleichen Mittel. Deshalb ist es generell bei HPU ratsam, von Zeit zu Zeit zu überprüfen, ob die Therapie angepasst werden sollte. Bewährt hat sich ein Intervall von ungefähr 1-2 Monaten und nach Bedarf.

 

Quelle: "Stoffwechselstörung HPU" von Dr. Liutgard Baumeister - Jesch

 

Stand Juli 2017

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